LGBTQ-Rechte in Uganda – aus dringendem Anlass

Wie die meisten von Euch wissen, ist die Situation der LGBTQIA+ Community in Uganda alles andere als akzeptabel. Uganda ist eines der homophobsten Länder der Welt. Queere Menschen werden verfolgt, misshandelt, sogar getötet und haben keinerlei Schutz.

Viele fliehen daher ins Nachbarland Kenia, doch im dortigen Flüchtlingscamp Kakuma gehen der Hass und die Gewalt weiter.

Die rechtliche Lage in Uganda

Nach der derzeitigen Gesetzeslage sind homosexuelle Handlungen in Uganda illegal und können sogar mit lebenslanger Haft bestraft werden. Eigentlich stellt das Gesetz zwar allgemein Oral- und Analverkehr unter Strafe, doch in der Bevölkerung ist es als „Anti-Gay-Bill“ bekannt. LGBTQ-freundliche Organisationen werden schikaniert und der ugandische Präsident bezeichnete Homosexuelle in einem BBC Interview als „disgusting“.

Viele Parlamentarier fordern die Todesstrafe für Homosexuelle. Mit dem Slogan „Kill the gays“ fordern sie, dass ein 2010 eingeführtes Gesetz, welches 2014 als ungültig erklärt wurde, in neuer Auflage wiedereingeführt wird. Der Parlamentarier David Bahati (Mitglied der Regierungspartei) legte damals einen Gesetzentwurf vor, der in bestimmten Fällen die Todesstrafe für Homosexualität vorsah. 2014 hatte das Verfassungsgericht dieses Gesetz für ungültig erklärt. Sechs Jahre später ist es wieder im Gespräch.

Der Hass kommt aus der breiten Gesellschaft

Nicht nur aus Angst vor Behörden verstecken die meisten nicht heterosexuellen Ugander*innen ihre Sexualität, sondern auch aus Angst vor ihren Mitmenschen. Der Hass gegen die LGBTQIA+ Community ist in der Gesellschaft fest verankert. Immer wieder werden Menschen misshandelt, vergewaltigt und ermordet. Erst im vergangenen Jahr sind erneut mehrere queere Menschen in Uganda getötet worden. Es wird von Übergriffen auf Homosexuelle berichtet, bei denen sich ganze Gruppen an homophoben Ugander*innen zusammenschließen mit dem Ziel, alle Homosexuellen zu ermorden.

Die Flucht als einzigen Ausweg

Viele queere Menschen in Uganda entscheiden sich daher zur Flucht ins Nachbarland Kenia. Viele fliehen zunächst in die Hauptstadt Nairobi. Von dort werden sie in der Regel nach Kakuma, einem Flüchtlingscamp im Norden des Landes geschickt. In diesem Flüchtlingscamp leben viele Menschen aus Eritrea, Somalia, Südsudan und weiteren ostafrikanischen Ländern. Sie sind in der Regel genauso homophob wie die meisten Ugander*innen, sodass für die LGBTQ Flüchtlinge aus Uganda nicht nur die Schikane, sondern auch die Gewalt weitergehen. Die ca. 100 Menschen im Block 13 (in diesem Bereich leben die LGBTQ Flüchtlinge) waren bereits mehrfachen gewaltvollen Attacken ausgesetzt. Zuletzt wurden im Juli vier Frauen so schwer verletzt, dass sie medizinisch versorgt werden mussten und bis heute unter den psychischen Folgen leiden. Ich habe aktuell zu einem der Geflüchteten im Block 13 Kontakt und auch er berichtete mir, dass die Lage katastrophal sei. Die Menschen würden große Angst vor weiteren Angriffen haben. Zudem seien die Bedingungen menschenunwürdig. Die Flüchtlinge mit teils neugeborenen Kindern (viele Frauen wurden, bevor sie nach Kenia kamen, vergewaltigt und bekamen ihr Kind ohne medizinische Versorgung im Camp) schlafen unter freiem Himmel. Erst heute Nacht sei es zu schweren Regenfällen gekommen und giftige Tiere hätten die Schlafstätten aufgesucht. Rama, der besagte Flüchtling, hat mir einige Bilder für diesen Blogeintrag zur Verfügung gestellt:

Der nächtliche Fund

Ihr könnt helfen!

Wir können nicht viel tun, um den Menschen in Kakuma zu helfen. Aktuell läuft aber eine Petition ans UNHCR mit der Forderung, den Block 13 schnellstmöglich zu evakuieren. Ich möchte Euch bitten, diese Petition zu lesen und ggf. zu unterzeichnen. Zudem dürft Ihr den Link gerne teilen. Es ist wichtig, dass die Beauftragten vor Ort das Gefühl bekommen, dass wir sie sehen können und die Situation der LGBTQ Flüchtlinge auch über die Camp Grenzen hinaus bekannt wird. Wenn jemanden, jemanden kennt (…), kann diese Person die Petition natürlich auch gern an NGOs wie Amnesty International oder auch Politiker*innen und Institutionen schicken.

Zudem gibt es eine GoFundMe Seite, die sich ebenfalls über einen Besuch freut. Die Flüchtlinge im Block 13 bekommen kein Geld und müssen z.B. die Rechnungen für die medizinische Versorgung nach Angriffen selbstzahlen. Auch Lebensmittel werden keine gestellt, sodass die Spenden für die Menschen lebensnotwendig sind.

Hier geht’s zur Petition: https://www.change.org/p/evacuate-lgbtq-refugees-from-kakuma-camp-kenya?utm_content=cl_sharecopy_23822272_en-US%3A5&recruiter=1072736599&recruited_by_id=1c8d1d40-790c-11ea-89ba-edf1878ec3ee&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=psf_combo_share_initial&utm_term=petition_dashboard

Dies ist der Link zur GoFundMe Seite: https://www.gofundme.com/f/support-lgbtq-refugees-on-block-13-in-kakuma-camp?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=p_cp+share-sheet&fbclid=IwAR32Rcsc–_SUSk4nmVdbGiibEYAVMoZX458eP7RJA2FDVVfIlvV8AUqUKw

Zudem haben die Flüchtlinge um Rama eine Instagramseite (der Name lautet: refugees_in_colour, Link: https://www.instagram.com/refugees_in_colour/ ). Wenn Ihr Instagram habt, könnt ihr dieser Seite gern folgen und auch damit dazu beitragen, dass die katastrophale Situation der LGBTQ Flüchtlinge in Kakuma bekannter wird.

Vielen Dank

Im Namen von Rama und natürlich auch von mir ein großes Dankeschön für Eure Unterstützung!

Quellen:

Die Bildrechte aller Bilder dieses Blogeintrags liegen bei: Rama / @refugees_in_colour (https://www.instagram.com/refugees_in_colour/). Die Bilder wurden mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Inhabers auf diesem Blog veröffentlicht.

Wie immer möchte ich den Blog so tranparent wie möglich gestalten, daher ist hier eine Auflistung der verwendeten Textquellen. In den Artikeln stehen für alle Interessierten noch weiterführende Informationen zur Lage der LGBTQIA Community in Uganda.

https://www.fluter.de/homophobie-in-uganda (Abruf am 09.08.2020)

https://www.dw.com/en/uganda-introduces-kill-the-gays-bill/a-50797504 (Abruf am 09.08.2020)

https://www.theguardian.com/world/lgbt-rights+uganda (Abruf am 09.08.2020)

https://www.theguardian.com/global-development/2019/oct/21/they-paid-a-guy-to-kill-me-health-workers-fight-homophobia-in-uganda (Abruf am 09.08.2020)

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