Mein November in Uganda – Safari, Besuch aus Ococia und vieles mehr

Nun bin ich schon fast zwei Monate hier in Uganda und auch im November ist wieder viel passiert, von dem ich Euch gern berichten möchte.

Meine Arbeit an der IMLS

Die ersten zwei Novemberwochen waren sicherlich weniger stressig als das Oktoberprogramm mit den deutschen Musiklehrer*innen (siehe letzter Blogeintrag), aber dennoch hatten wir allerlei in der Musikschule bzw. in den Outreachschulen zu tun, denn Ende November standen schon die schulinternen Weihnachtskonzerte an.

Ich habe also Anfang November in T-Shirt und luftiger Hose das Buch mit Weihnachtsliedern ausgepackt und mit den Kindern fleißig angefangen, zu proben. Da die Geigen und Celli gern Jingle Bells einstudieren wollten, habe ich mich mit den Chören angeschlossen und bald kamen noch weitere Instrumente hinzu, sodass dieses unser gemeinsames Abschlussstück für die Konzerte werden sollte. Da allerdings Ende November in den Schulen in Uganda die großen Abschlussprüfungen des Schuljahres 2019 anstanden und wir in dieser Zeit nicht mit den Kindern proben durften, wurde unsere Probenzeit für die Konzerte auf nur zwei Wochen reduziert. Dementsprechend stressig waren die Proben teilweise, aber glücklicherweise trotzdem mit viel Spaß und Motivation von beiden Seiten verbunden. Auch wenn die Proben aufgrund des Zeitmangels teils sehr stressig waren, habe ich mich aber auch total gefreut, nach der Pause durch das Oktoberprogramm, wieder an die Outreachschulen zu kommen und dort zu unterrichten. Teilweise wurde ich freudestrahlend von den Schüler*innen erwartet, manchmal auch mit wenig Motivation und großem Lärm, aber alles in allem machte mir die Arbeit viel Spaß 🙂

Norah, John Mary und ich versuchen in der Musikschule mit Hilfe eines Lineals, einen Kuchen zu schneiden.

Besuch aus Ococia

Mitte November ging es dann auf die schon langersehnte Safari, doch in den Tagen zuvor bekam ich noch spontanen Besuch. Katja, eine Freundin und ebenfalls weltwärts Freiwillige in Ococia, im Norden Ugandas, kam für einige Tage zu Besuch nach Masaka und fuhr anschließend mit Elena, Yasmine, Amra, anderen Freiwilligen und mir auf die Safari.

Katja und ich am Äquator

Katja wollte eigentlich nur für 3 Tage nach Kampala fahren, um dort ihr Arbeitsvisum abzuholen, doch dann kam alles anders. Nachdem sie schon mehrfach bzgl. des neuen Visums vertröstet wurde, sollte sie es nun endlich in Kampala abholen. Es war auch höchste Zeit, denn bereits 3 Tage später sollte ihr altes Visum ablaufen. Als sie dann aber in Kampala ankam, wurde ihr gesagt, dass ihr Visum immer noch nicht fertig sei und sie weitere 5 Tage warten solle. Da ihr altes Visum aber nur noch 3 Tage gültig war, hat sie es dann zwar schließlich geschafft, bereits nach 3 Tagen ein neues Visum abholen zu können, allerdings lohnte es sich für sie nicht mehr, zurück in ihr zu Hause zu fahren, da sie weit von Kampala entfernt wohnt und schon bereits Ende der Woche mit uns auf Safari fahren wollte. Also beschlossen wir kurzer Hand, dass sie zu uns nach Masaka kommt, denn von der Hauptstadt hierher fährt man nur ca. drei Stunden. So kam es also, dass ich Katja bereits Anfang der Woche in Masaka abholen konnte und ihr alles in unserem Dorf Kirowooza, an der IMLS und in Masaka zeigen konnte. Durch Katjas Besuch ist mir mal wieder die ugandische Spontanität und Gastfreundlichkeit bewusst geworden. Obwohl meine Gastfamilie Katja nicht kannte und ich ihren Besuch erst 2 Tage vorher ankündigte, war es gar kein Problem, dass sie bei uns übernachtet und für einige Tage ein neues Mitglied der Familie wird.

Auf Safari in Murchison Falls

Freitags ging es dann schließlich auf Safari. Gemeinsam mit meinen Mitfreiwilligen aus der IMLS, Katja, einem weiteren Freiwilligen aus Ruanda, der mit Amra befreundet ist sowie drei anderen Freiwilligen aus Masaka fuhren wir dann um kurz nach 6 los in Richtung Murchison Falls, dem größten Nationalpark Ugandas. Nach einer langen, aber auch lustigen Busfahrt, kamen wir nachmittags in unserer Unterkunft an. Was uns die nächsten Tage noch weiter begleiten sollte, war das warme Wetter im Norden. Der Nationalpark liegt im Norden Ugandas, wo es allgemein heißer ist, als bei uns im Süden, allerdings dachte ich nicht, dass der Unterschied so groß sei. Seit ich hier bin, hatte ich überwiegend wohltemperiertes Wetter, worüber ich auch sehr dankbar bin. In dem genannten Nationalpark war es allerdings deutlich wärmer, was wir vor allem bei einer Wanderung auf die Wasserfälle merkten. Alles in allem war die Safari aber eine großartige Erfahrung und ich bin sehr froh, dass ich diese drei Tage erleben durfte. Neben den faszinierenden Wasserfällen haben wir Giraffen, Elefanten, Krokodile, Löwen, Antilopen und viele andere Tiere gesehen. Es waren aber nicht nur die Tiere, die uns fasziniert haben, sondern auch die Landschaft. Immer wieder hatte ich dieses „König der Löwen – Feeling“, als wir durch die endlos weite Stepplandschaft fuhren, die doch so anders aussieht, als die Landschaft hier in Masaka. Immer wieder kam aber auch die Erkenntnis auf, dass diese Landschaft und das verbundene Gefühl das ist, was wir Freiwilligen vor unserer Ankunft in Uganda mit „Afrika“ assoziiert haben. Sicherlich ist auch dieses, ich nenne es mal „König der Löwen – Feeling“, ein Teil dieses riesigen und vielfältigen Kontinents Afrika, aber mittlerweile kennen wir so viel mehr und ich kann mit Stolz sagen, dass es nicht mehr das Einzige ist, mit dem ich „Afrika“ bzw. Uganda verbinde. Ich bin froh, dass wir diese Reise gemacht haben, wenngleich ich auch weiß, dass die wenigsten Leute, mit denen ich hier täglich zu tun habe, sich eine solche Reise hätten leisten können. Die meisten Ugander*innen haben wahrscheinlich noch nie eine Giraffe oder einen Elefanten in nächster Nähe gesehen oder die verschiedenen Landschaften bewundern dürfen und auch die anderen Touristen auf der Safari waren meist Weiße. Dennoch bin ich dankbar für diese Reise, da sie mir mal wieder bewusst gemacht hat, wie viel ich in diesem Freiwilligendienst lernen darf und bereits gelernt habe. Denn natürlich kann man Uganda auch als Tourist*in erkunden, allerdings ist es sehr schwer, nicht das „Muzungu-Uganda“ zu erleben, sondern das wirkliche Leben vor Ort. Dieses „wirkliche Leben vor Ort“ werden wahrscheinlich auch wir Freiwilligen nie richtig erleben können, denn egal, wie sehr wir uns anpassen, wir werden immer weiß bleiben und wir werden immer Freiwillige aus dem reichen Deutschland mit all unseren Erfahrungen und Möglichkeiten sein, aber wir haben dennoch die Möglichkeit, weit mehr von diesem Land und der Kultur zu erleben, als in einem Urlaub in „Muzungu-Hotels“ und den klassischen Touristenorten und dafür bin ich sehr dankbar. Allein in diesen ersten zwei Monaten, durfte ich schon so viele Menschen kennenlernen und so viel erleben, dass ich bereits jetzt Uganda als ein Land mit so vielen verschiedenen Geschichten und Menschen wahrnehme und nicht mehr als Land irgendwo auf einem unbekannten, scheinbar homogenen Kontinent.

Die Safari Gruppe auf dem Weg in Richtung Murchison Falls
Die Wasserfälle
Hafi, Katja, Yasmine und ich bei der Wanderung auf die Wasserfälle
Der Nil
Ein Nilpferd im Nil
Eine ganz andere Landschaft als in Masaka
Beim Morningdrive auf der Suche nach Löwen
Ein Dorf ganz in der Nähe des Nationalparks, aus dem wahrscheinlich noch keiner eine Safari machen konnte
Ein Affe versperrt uns den Weg

Zurück in Masaka

Nach der Safari folgten zwei Wochen, in denen die Kinder in den Schulen mit ihren Prüfungen beschäftigt waren, weshalb wir außer unseren Privatschüler*innen an der IMLS nicht viel zu tun hatten. Das war aber auch mal ganz schön, denn so konnten wir einige Dinge, die in den letzten Wochen liegengeblieben waren, erledigen und zudem musste das Holiday Programm im Dezember vorbereitet werden. Unter anderem habe ich mich der lokalen Sprache Luganda ein wenig mehr gewidmet, allerdings muss ich gestehen, dass sich meine Motivation, die Sprache wirklich zu lernen, noch in Grenzen hält. Luganda ist eine Bantusprache, die mir mit ihren vielen Gruppen und Vorsilben sehr kompliziert erscheint. Zudem können hier fast alle Leute englisch sprechen und die Kommunikation auf Englisch ist i.d.R. kein Problem, da Englisch auch die Amtssprache Ugandas ist. Dennoch ist es natürlich toll, sich in der lokalen Sprache zu verständigen und ich will auf jeden Fall noch mehr lernen. Wie gut das klappt, werde ich dann in den nächsten Rundbriefen berichten 🙂

Beim Besuch der Baustelle der neuen UVCO Schule (eine dt./ugandische Organisation für Waisenkinder in Masaka, die von unserer Gastfamilie ins Leben gerufen wurde)
Fast schon herbstlicher Sonnenuntergang in einem Park in Masaka

Was in den nächsten Wochen passieren wird

Im Dezember werden ca. 80 Kinder für drei Wochen täglich an die IMLS kommen, um mit uns im Holiday Programm zu musizieren. Am Ende wird es ein großes Abschlusskonzert geben und dann ist auch schon Weihnachten im sonnigen Uganda.

Über das Holiday Programm, die Weihnachtsfeiertage und vieles mehr, werde ich Euch dann in meinem nächsten Blogeintrag berichten.

Bis dahin alles Liebe und siba bulungi,

Eure Julia

Zusammen mit meinen beiden Mitfreiwilligen Yasmine und Elena
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